Was ist eigentlich User Experience?

UX in recruitment

Warum sollte Recruiting „erlebnisorientiert“ sein? Lässt sich das Nutzererlebnis messen? Wie vermeiden Unternehmen Bewerbungsfrust beim Kandidaten und warum ist die Karriereseite so wichtig für die Candidate Experience? Wir haben die Antworten.

User Experience (UX) ist …

… die Summe aller Erfahrungen, die ein Nutzer (User) mit einem Produkt, einer Dienstleistung, einer Website oder einer Anwendung macht. Im deutschen Sprachraum werden daher auch häufig die Begriffe Nutzererfahrung oder Nutzererlebnis verwendet. Zur User Experience zählen alle Wahrnehmungen, Emotionen, Eindrücke und Reaktionen einer Person während der Interaktion mit dem Produkt. Eine gute UX zielt darauf ab, das Nutzererlebnis positiv zu gestalten, indem sie die Benutzerbedürfnisse und -ziele berücksichtigt, leicht verständliche und intuitive Designs bietet, Effizienz und Effektivität fördert und dabei die Zufriedenheit des Benutzers maximiert.

Dabei beschränkt sich UX nicht nur auf das ästhetische Erscheinungsbild eines Produkts, sondern umfasst sämtliche Aspekte der Benutzerinteraktion beginnend mit dem ersten Kontakt bis zum Ende des Nutzungsvorgangs. Benutzerfreundlichkeit (Usability), Leistung, Barrierefreiheit, Navigation und Zugänglichkeit (Accessibility) fließen ebenso in die UX ein, wie das Feedback der User auf die einzelnen Kriterien.

Vor allem bei der Web-Entwicklung ist eine optimale User Experience inzwischen ein wichtiger Maßstab. Das sogenannte „UX Design“, „Experience Design“ oder „User Centered Design“, das den Nutzer in den Fokus stellt, hat daher großen Anteil an der Gestaltung von Web-Inhalten.

Was hat User Experience mit Recruiting zu tun?

Mit dem demografischen Wandel und dem anhaltenden Fachkräftemangel wurde die User Experience auch für das Recruiting zunehmend wichtiger. Statt Kund:innen stehen hier Kandidat:innen im Mittelpunkt des Interesses, weswegen Recruiter in der Regel von der Candidate Experience sprechen. Das Ziel ist das gleiche:  Es gilt, erfolgreich den Kontakt zu potenziellen Bewerbenden aufzubauen und sie für offene Positionen zu gewinnen. Die positive Wahrnehmung aller Interaktionen mit dem Unternehmen – von der ersten Ansprache, dem Besuch der Karriereseite bis hin zum eigentlichen Bewerbungsprozess – ist essentiell, damit der/die Kandidat:in letztendlich ja sagt.   Folgende Aspekte beeinflussen dabei die Candidate Experience ganz besonders:

Karriereseite und Online-Bewerbung:

Eine gut gestaltete Karriereseite und eine einfache, reibungslose Online Application sind absolute Voraussetzungen, um Kandidat:innen zu einer Bewerbung zu motivieren. Eine positive UX auf der Karriereseite bedeutet in dem Fall eine übersichtliche Struktur, ansprechende und informative Inhalte, einfache Navigation und eine intuitive Benutzeroberfläche für den Bewerbungsprozess.

Bewerberfreundlichkeit:

Um eine positive Candidate Experience zu gewährleisten, sollte der gesamte  Bewerbungsprozess so benutzerfreundlich und effizient wie möglich ablaufen. Recruiter müssen sich in die Rolle des Bewerbenden versetzen und den Prozess ihren Bedürfnissen anpassen. Das betrifft zum Beispiel Interview-Termine nach Feierabend, Online-Assessments, keine wechselnden Ansprechpartner, einfacher mobiler Zugriff auf relevante Informationen oder andere Services, durch die sich der/die Kandidat:in wertgeschätzt fühlt.

Kommunikation und Feedback:

Eine effektive und wertschätzende Ansprache während des gesamten Bewerbungsprozesses ist entscheidend für eine positive UX. Bewerbende erwarten eine zeitnahe und personalisierte Kommunikation über den Status ihrer Bewerbung. Auch ein glaubwürdiger Feedback-Mechanismus trägt zur positiven Candidate Experience bei. Transparente Informationen über das Unternehmen, seine Kultur, Werte, Benefits und Wachstumschancen fördern zudem das Vertrauen der Bewerbenden.

Employer Branding:

Employer Branding und Candidate Experience beeinflussen sich gegenseitig. Eine starke Arbeitgebermarke, die Diversität, Nachhaltigkeit und eine wertschätzende, fürsorgliche Unternehmenskultur reflektiert, wirkt sich positiv auf das Bewerbererlebnis aus. Gleichzeitig profitiert das Employer Branding in hohem Maße von der positiven Kandidatenerfahrung, die das Unternehmen als attraktiven Arbeitgeber bestätigt.

Eine positive User- oder Candidate Experience ist also entscheidend, um Talente anzuziehen, die Bewerberqualität zu verbessern und sicherzustellen, dass das Unternehmen die besten Kandidat:innen für offene Positionen gewinnt.

Übrigens: Wir haben für Sie einen Karriereseiten-Check zusammengestellt mit 10 Punkten, die Sie unbedingt überprüfen sollten.

Lässt sich User Experience messen?

Ja, die User Experience kann mithilfe verschiedener Tools und Techniken ermittelt werden.

So gibt die Conversion-Rate als Erfolgsmessung Aufschluss darüber, wie gut es gelingt, Kandidat:innen im Verlauf des Recruiting- und Bewerbungsprozesses durch eine positive Candidate Experience in Bewerbende und letztendlich neue Mitarbeitende zu transformieren.

Mit Google Analytics und anderen Web-Analyse-Tools lässt sich die User Experience auf Webseiten beurteilen, zum Beispiel durch Werte wie Seitenaufrufe, Verweildauer, Klick- oder Abbruchraten. Mit A/B-Tests können unterschiedliche Varianten eines Webdesigns anhand dieser Metriken im Vorfeld getestet werden. Die Variante mit den besten Werten wird dann umgesetzt.

Auf Webseiten können Heat-Maps zeigen, wie sich User oder Kandidat:innen auf der Seite bewegen und welche Elemente am meisten für Interaktionen sorgen oder aus welchen Gründen sie wieder von der Seite abbspringen.

Und natürlich gibt es auch die klassische Feedback-Befragung. Kandidat:innen oder Kund:innen werden aufgefordert, einen kurzen Fragenkatalog zu ihrem persönlichen Nutzererlebnis auszufüllen. Werden dabei bestimmte Werte regelmäßig ermittelt, lassen sich positive wie negative Veränderungen in der User oder Candidate Experience zeitnah erkennen und entsprechend fördern oder korrigieren.

Warum ist UX gerade bei einer Karriereseite so wichtig?

Eine gute User Experience kann das Ranking einer Website in den Suchergebnissen nachhaltig beeinflussen. Suchmaschinen wie Google nutzen dazu Website-Daten und User-Signale wie zum Beispiel Verweildauer, Return-to-SERP-Rate oder die CTR der Webseite. Eine gute Auffindbarkeit der eigenen Karriereseite ist für Unternehmen enorm wichtig, denn viele Talente starten ihre Jobsuche auf Google oder einer anderen Suchmaschine.

Die Top 10 UX-Tipps für eine gute Karriereseite

Eine benutzerfreundliche und ansprechende Karriereseite auf der eigenen Unternehmenswebsite ist Voraussetzung, um Top-Talente zu überzeugen und zudem erste Anlaufstelle für interessierte Kandidat:innen. Die User Experience der Seite entscheidet über ihren Erfolg. Hier sind die zehn besten UX-Tipps für eine gute Karriereseite:

  • Intuitive Navigation: Stellen Sie sicher, dass die Karriereseite leicht über die Hauptwebsite-Navigation zu finden ist. Verwenden Sie klare und eindeutige Bezeichnungen für Navigationslinks oder Buttons im Zusammenhang mit einer Karriere im Unternehmen (z.B. „Jobs“, „Karriere“, „Arbeiten bei uns“).
  • Durchgängige Mobiloptimierung: Stellen Sie sicher, dass die Karriereseite auf verschiedenen Geräten, einschließlich Smartphones und Tablets, vollständig responsiv ist. Achten Sie dabei unbedingt auch auf mobil-optimierte Formulare und Eingabemasken! Bewerbungsformulare auf der Karriereseite sollten kompakt und übersichtlich sein, großzügige Klickflächen, Drop-Downs und Checkboxen für eine einfache Bedienung bieten und zudem auf Flash- & Java-Elemente verzichten.
  • Jobsuche und Filter: Implementieren Sie eine benutzerfreundliche Jobbörse auf Ihrer Karriereseite mit intelligenten Such- und Filterfunktionen. Ermöglichen Sie Bewerbenden, ihre Jobsuchen zu speichern oder Jobbenachrichtigungen einzurichten. Eine Personalisierung der Suchergebnisse basierend auf dem Standort des Users oder dessen Browserverlauf kann ebenfalls nützlich sein, um relevante Stellenangebote anzuzeigen.
  • Attraktive Stellenangebote mit prägnantem Jobtitel: Achten Sie auf attraktive, fehlerfreie und SEO-optimierte Stellenanzeigen, die dem Bewerbenden die Möglichkeit bieten, sich mit einem Klick zu bewerben oder sich für den Talentpool zu registrieren. Ein prägnanter Jobtitel ist ebenso wichtig wie ein informatives Stellenprofil, das Schlüsselaufgaben und Qualifikationen hervorhebt und zudem Informationen zu Benefits, Vergütung und Aufstiegsmöglichkeiten enthält.
  • Schlanker Bewerbungsprozess ohne Registrierungszwang: Gestalten Sie einen schlanken und intuitiven Online-Bewerbungsprozess ohne lästigen Registrierungszwang. Setzen Sie sichtbare CTAs (Call-to-Action) auf der Karriereseite. Bieten Sie die Möglichkeit an, sich mit bestehenden Social-Media-Profilen (wie LinkedIn) zu bewerben, um Zeit zu sparen. Falls der Bewerbungsprozess mehrere Schritte umfasst, zeigen Sie den Bewerbenden an, wo sie sich im Prozess befinden.
  • Visuell attraktiver, aber authentischer Content: Verwenden Sie hochwertige Bilder, Videos und Grafiken, die die Arbeitsumgebung, das Team und die Atmosphäre im Unternehmen widerspiegeln. Setzen Sie auf Authentizität und verzichten Sie auf austauschbare Stock-Bilder. Bilder von der eigenen vielfältigen Belegschaft sind glaubwürdiger und fördern zudem die Inklusion.
  • Mitarbeiter-Advocacy: Setzen Sie Ihre eigenen Mitarbeitenden als authentische Unternehmensbotschafter in Szene und teilen Sie deren Erfahrungen im Unternehmen, zum Beispiel in Mitarbeiter-Stories, Listicles, Kurzbiografien und spannenden Background-Infos. Heben Sie persönliches Wachstum, Teamarbeit und positive Aspekte der Arbeitskultur hervor. So machen Sie das Unternehmen nahbar und erlebbar.
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  • Arbeitgeberversprechen, Kultur und Werte: Kommunizieren Sie Nutzen und Mehrwert, den Ihr Unternehmen seinen Mitarbeitenden bietet. Fassen Sie in der Employer Value Proposition (EVP) zusammen, warum es für potenzielle und aktuelle Mitarbeitende attraktiv ist, im Unternehmen zu arbeiten. Vermitteln Sie in prägnanten Worten Ihre Unternehmenskultur, -werte und –mission. Belegen Sie dies mit konkreten Initiativen, Veranstaltungen und Programmen, die ein positives Arbeitsumfeld fördern. Auch Branchenauszeichnungen oder Zertifizierungen können Ihre Glaubwürdigkeit stärken.
  • FAQs, Ressourcen und Kontaktdaten: Ihre Karriereseite sollte einen umfassenden FAQ-Bereich beinhalten, der häufig gestellte Fragen zum Bewerbungsprozess, zur Unternehmenskultur, zu den Benefits usw. beantwortet. Bieten Sie zudem Unternehmensbroschüren, Mitarbeiterhandbücher oder Benefit-Handbücher zum Download an sowie Kontaktdaten der Personalabteilung, um weitere Fragen zu beantworten und Unterstützung zu bieten.
  • Leistungsoptimierung: Gewährleisten Sie schnelle Ladezeiten und reibungslose Interaktionen, um Frustration beim User zu vermeiden. Achten Sie auf eine intuitive Seitennavigation mit nicht mehr als drei Hierarchieebenen, eine übersichtliche Darstellung des Contents, barrierefreie Inhalte und vollständige Mobiloptimierung. Kandidat:innen sollten nicht mehr als 20 Klicks für eine Bewerbung benötigen.
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